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MAIK ANTRACK Beiträge

Tourblog 27.9.12

IDIOT RUN!

Grüße aus Ruplemonde. Gestern Abend spielten wir in Gent im Charlatan. WAS für ein geiler Club, was für eine fette Anlage und was für ein Livetechniker. Wir hatten den dicksten und besten Sound bisher und spielten dick! Wie immer! Generall laufen die Konzerte auf einem guten Niveau, aber von Tag zu Tag sind die Feelings mitunter verschieden. Wir wurden inmitten dieses alten Baus durch Gänge geführt und hatten vor dem Konzert ein fantastisches Essen. Nudeln, Zuchinigemüse, cremige Knuspersoße, Huhn oder Tofu. Boa! Ich freu mich jetzt noch drüber. Danach füllte sich der Club bis zum Brechen mit sehr hübschen jungen Menschen aus Gent. Das ist eine Studentenstadt geworden und das passte einigen ausgesuchten Steve Wantt- Bandmitgliedern natürlich perfekt.

Später sind wir zurück. Eine gute halbe Stunde Fahrt und wir zogen uns zurück in unsere Privatbar-Hausanlage. Als ich bemerkte: Scheisse, Jacke nicht da. Mit Brieftasche, Telefon und Kamera im Club liegen lassen. 50 km! Toll. Steve kam noch einmal mit und so sind wir ohne Papiere losgefahren. Auf dem ersten Heimweg sah ich schon die Ordnungshüter am Rand stehen, jetzt auf der Fahrt nach Gent – kurz vor 2 am Morgen – war ich mir fast sicher, dass sie uns anhalten werden. Wir mussten ja wieder zurück. Und an ihnen vorbei. Tataaa, genauso war es. Angehalten, Scheibe runter, fragt mich der freundliche Polizist auf niederländisch mit flämischen Akzent irgendwas. „Sorry English or German only“. Bliblablubb, er wollte natürlich die Papiere haben und die hatte ich nicht. Seine drei Kollegen beschauten uns misstrauisch. Denn, hier die Fakten: Wir sind eine Band. Wir haben in Gent gespielt. Ich hab meine Jacke samt Papiere dort liegen lassen. Steve hat getrunken, deshalb fahre ich. Ich muss meine Jacke wieder bekommen, deswegen fahre ich, ich hab aber keine Papiere. Der Herr könnte das auch gar nicht glauben und wir sind eine Bombenbastelbande. Ja, eine Groovebombe!

Ungläubige Gesichter. Ob Steve sich ausweisen könne und eine Fahrerlaubnis habe. Er hat sie nicht mit. Keine Papiere, gar nix. Nur den Mietvertrag und die Zulassung des Vans. Gemurmel, ich versteh kein Wort. Wir haben ihnen unsere Tourdates erzählt, wo wir die nächsten Tage spielen und dass wir in Ruplemonde, im Gildenhuis, übernachten. Die Polizisten kannten Bert, den Betreiber und schöpften Vertrauen in uns.

„You drink something? We smell something“ Ich: „No.“ Steve: „I drank something but I don’t drive.“ Ich: „I will do the test, but I bet with you, you’ll lose.“ Die Polizisten schauen sich gespannt an und beraten. Währenddessen wiederholt Steve seine Einladung zum Konzert und kramt CDs hervor, steigt aus, läuft um den Bus herum und gibt den Polizisten je eine. Zum Tauschen. Ein Patzer der Polizei: Sie waren 4 Beamte und keiner von Ihnen hat Steve beobachtet oder konnte sein Verhalten einsehen. Steve hätte aus dem Van eine AK-47 zücken können und die Polizei niedermähen! Aber- natürlich nicht.

Nochmal flämische Beratung, dann bekamen wir die Unterlagen zurück und durften ohne weiteres fahren. Das war dann eine Zweimannparty im Bus, wie wir uns über die Polizisten amüsiert haben. Sie waren cool, keine Frage. Aber ich wundere mich jetzt noch, was für einen Eindruck wir wohl hinterlassen haben.

In Gent angekommen war der Charlatan und seine Besucher rammelvoll. Bis wir zum Backstage Bereich kamen, haben wir uns zwischen unzähligen jungen, schwitzenden und knackigen Körpern gewunden. Dann war die Tür natürlich abgeschlossen. Fuck! Einer der Türsteher hat uns dann reingelassen und: Meine Jacke! Jippie! Alles drin, gut! Jetzt waren wir einmal dort und blieben natürlich noch. Wir erlebten ein paar Leute auf Drogen, ein paar Hampelmänner ähnlich, dem 1,50m Klischee in weiß aus Hamburg und bestaunten die Pärchen, die sich betrunken die nächste Bleibe gesucht haben. Später fanden wir ein paar andere Bars auf der anderen Seite des Platzes. Cool ist, dass die Häuser mehrgeschossig sind und die Bars oft eine erste und zweite Etage haben. Die sehen sehr unsaniert aus, charmant und durch die Sofas perfekt für ein *geselliges* Beisammensitzen mit Bekanntschaften.

Nach ein paar Minuten labern mit unserem Techniker, den wir noch einmal gefunden haben, sind wir zurück und waren gegen 5 wieder in Ruplemonde. Guten Morgen Gute Nacht. Ich hoffe mal, die Polizisten kommen am Freitag hierher ins Gildenhuis, dann privat und dann können wir noch weiter plaudern. Das wäre schick! Ich würde mich freuen.

Heute Nacht Antwerpen, das wird dick und saftig! So weit so gut, was fehlt noch? Ach ja

Der Idiot Run!

Der Idiot Run ist nach dem Konzert, nach dem Runterkommen, nach dem Einladen und Tschüssi Sagen der letzte Gang über alle Wege, die man selbst im Club gegangen ist. Man läuft ihn, um alle liegengelassenen persönlichen Gegenstände einzusammeln und nach dem Einladen wirklich alles noch einmal abgegrast zu haben. Damit man nichts vergisst.

Klar, das mache ich immer. Bis auf- gestern. Düdüm und Schuss inn‘ Ofen! So verging die Nacht. Aber nachdem ich seit Jahren nicht mehr von der Polizei angehalten wurde, war das nächtliche Rendevouz New-York-Berlin-Antwerpener Romanciers durchaus süß.

Bis dann

P.S.: Das Bild zeigt die Bibliothek Ruplemonde. Riecht komisch drin…

Bibliothek mit hübscher Tapete
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Tourblog 25.9.12

Gerade sitze ich in Ruplemonde, einem kleinen Dorf zwischen Antwerpen, Brüssel und Gent. Die letzten Tage verbrachten wir in Amsterdam und Alkmaar. Wir hatten dort einen richtig guten Abend. In Amsterdam riecht es natürlich überall süß und würzig. Aus Gründen, die ich gar nicht nachvollziehen kann! Wir hatten einen Tag off und liefen durch die Stadt. Es regnete aus den fein gesiebten Gießkannen. Überall an den Straßenrändern liegen verstorbene Regenschirme dass es einem traurig ums Herz wird. Die ganze Innenstadt hat noch Hafenstadtcharakter aus alten Zeiten. Holzbars und alles wirkt noch wie aus der Zeit als die Niederlande große Seemacht waren.
Und gerade ist auch vieles durcheinander, ich weiß gar nicht mehr, was wir alles schon verbrochen und erlebt haben. Ich sitze hier in einem alten Haus, das im ersten Weltkrieg von einer Bombe getroffen wurde und danach irgendwie aufgebaut wurde. Trotzdem ist hier alles alt. Das Obergeschoss birgt eine Wohnung, dort bleiben wir. Hier unten ist eine Bar, ein Saal, eine dunkle Bühne ohne Licht mit einem gestimmten Klavier. Auf dieser Bühne sitze ich und höre Musik aus einer Anlage deren Besitzer ich nicht kenne. Wie damals im Cabaret ist dieses Haus eine Fundgrube für mich Neugiermaik. Gidi kocht mit seiner Freundin Nudeln. Die Küche dafür ist wie in einem Restaurant so original mit Schwingtür und so. Macht Spaß, dort durch zu hechten und dem leeren Gasthaus die Speisen zu bringen! 🙂 Reuben und Steve spielen Pool, gleich gibt es Nudeln. Das kleine Dorf rund um dieses Haus liegt an einem dicken Fluß, den ich morgen mir anschauen und genießen werde. Auf dem Weg hierher waren die Wolken eine Mischung aus grauem Weiß und einem dicken und kräftigen Pastellblau. Die grünen Weiden und die schmucken Häuser ergaben eine Landschaft, die nicht sehr viel anders ist als in Deutschland aber doch viel heimeliger und verwinkelter daherkommt. Hübsch und irgendwie will man fühlen, dass das Meer nicht weit ist. Die Wolken grüßen schon davon.
Ansonsten gibts jetzt nicht viel, was ich aufschreiben will, gerade bin ich viel zu faul. Genießt den Herbst. Unten dran noch ein Bild der alten Bar mit Weihnachtsbeleuchtung. Rundherum stehen so viele Bücher herum aber alle auf belgisch, ich versteh kein Wort…

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Tourblog / 19.9.12

Morgen!

Gestern abend spielten wir in einem Uralthaus! Ritter bauten es 1580. 1632 wurde ein hübsches Dachgestell aus Holz draufgebaut und bis heute steht das Teil. Es ist eine Bar geworden und da drinnen gibt es noch die alten großen Kamine aus alten Zeiten. Ich war also diesmal ein groovy Ritter!

Wir änderten das Arrangement für unseren Song „Stranger“ etwas und jetzt ist er noch besser! Der Bogen, die Songdynamik ist jetzt viel schlüssiger und der Song haut noch mehr rein. Besonders die letzte Strecke des Stücks gewinnt jetzt ordentlich an Fahrt. Und wieder ist es einmal mehr K.I.S.S.: Keep It Simple Stupid! Mach es einfacher! Reduziere wo es geht! Arbeite mit dem Material. Und Booom!

Guten Tag!

AlienBaby
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