statlant

Genießen Sie einen kunstvollen Abend: STATLANT – Ein musikalisches Nachdenken über das Leben in der Großstadt.
Die Ideen und Reibungspunkte der blubbernden Gesellschaft in den Betonschluchten sind Inspiration für ein abendfüllendes Jazzkonzert. Lesungsteile begleiten die feine Musik:
Skizzierte Gedanken und Notizen einer Figur, der die Stadt durch den Kopf geht.
STATLANT ist durch die Mischung von Jazz und Lyrik ein reizvolles Kunstprogramm, das öffentlichen Raum und Gespräch fördern will.

Sounds:

Maik Antrack / Statlant Liveteaser / Studiosession mit Thibault Falk, David Guy
’statlant‘ live, v.l.n.r.: Thibault Falk, Maik Antrack, David Guy, Dominik Sell
Video: Susanne Günther

Leseprobe:

Passanten, Straßenzüge

Sie tauchen auf, die Orte in Hochfrequenz. Mit den Leuten, wie sie laufen, wie sie ihre Bahn erreichen wollen, lieber schneller als zu langsam. Trödeln sie auf dem Verbindungsweg von einer Haltestelle zur anderen, rollt der Zug davon und sie müssen zehn weitere Minuten warten. Am nächsten Umstieg passiert das wieder und in Summe fehlt Zeit, bei der man auf dem Steig meistens noch Strom verschwendet. Da sitzen oft Obdachlose an den Ecken, unter Brücken, wirklich herzlich eingerichtet auf zerquetschtem Staub. Doch schauen sie der anonymen Fußhektik der Menschen distanziert zu.

Wenn ich einer wäre? Die Passanten zögen an mir vorüber. Passieren mich. Heute noch schneller als damals schon. In den Schluchten der Stadt strömen sie wie Tropfen im Menschenfluss immer neu ineinander durcheinander. Die Nähe dieser zeitgierigen Menschenmenge ist seltsam bedrohlicher als eine volle Autobahn. Die steinernen Häuser dagegen bleiben einfach da. Wind und Wetter machen erst nach vielen Jahren Bauten der Menschen dem Boden gleich. Die Leute rennen ungeschminkt maskiert ihrem Ziel nach. Ich versteh’ schon, ja, Strom und Dynamik, ist so. Aber es ist alles unbekannt, mir ist alles so unbekannt. Passanten und Straßenzüge.

Buchung & Kontakt: booking@maikantrack.de

SKIZZE DER STADT // VERSTECK DER INSPIRATION

Man schlägt die Seiten des großen Bandes auf und erhascht vielleicht ein paar beschreibende Sätze zu den großen Linien, die die Welt als Landkarte einteilen. Man verträumt sich in die roten eckigen Flecken, die dort Städte markieren. Oder springt beherzt von dem letzten Zentimeter Gründruck in das großflächige Blau.

Aus der Träumerei zurück wandert der Blick über die Spannungsrisse der 120 Jahre alten Wohnung hinaus und hinab an den rauschenden Baumwipfeln. Auf der Straße treiben die verdichteten Energien der Leute die Geschichte der Stadt vorwärts.

Wo sich der Zeitgeist von seinem Vorgänger löst, greift der Umtrieb des Neuen die Gewohnheit des geglaubten Beständigen an. Versinken ein paar alte Säulen in der Ägäis? Bewahren sie sich als Grundpfeiler auf denen unser Freigeist seine Flügel ausbreitet?

Was am städtischen Straßenrand, im Vorstadium des Greifbaren, geschieht, findet bei uns Eingang. Erfreut sich — durch Hektik unbeachteter Wirksamkeit — in uns des Wachstums.


INHALT

Stilistisch gemischt bewegen sich die Stücke von Maik Antrack
öfter in Klangfarben als in geführten Kadenzen.

Themen ebnen sich entlang von Stimmungen ihren Weg, haben weniger ohrenfälliges als mehr farbiges.

Dort treffen manchmal klassisch ausgelegte Klavierlinien auf stoischen E-Bass, der erst einmal halten will, was dem Stück innewohnt. Bevor es dann über explorative Pfade in den urbanen Wald geht.

Gitarrenlinien übernehmen Schnitt und strukturierende Aspekte während über dem Moment erhaben und lebensspendend die Pulse vom Ride-Becken des Schlagzeugs fließen.

Die Bestandteile eröffnen einen luftigen Klangraum, in dem es dann eher selten swingt, man Grenzen finden will, Standpunkte ändert. Aber doch am Ende aus derselben Tür herauskommt; sie bis zum nächsten Besuch verschließt.

Das Konzert wird mit kurzen Lesungsteilen verortet und ausstaffiert. Von Hermann Hesse über klassisch – griechische Lyriker bis zu eigenen Beobachtungen induzieren die Stücke mit alten Gedanken und Momentanem Eindrücke über die Zeit.


So webt der Abend insgesamt Resonanz und Gesprächsstoff; wärmt bestimmt auch manch politisches Herzblut.



VERANSTALTERINFOS

  • instrumentaler Jazz, Originalmaterial
  • max 120 Min in 2 Sets
  • Trio / Quartett (Klavier, (E-Gitarre), E-Bass, Drums)

1 Sprechermikrofon muss über die Hausanlage verstärkbar sein

Kontakt: Maik Antrack

booking@maikantrack.de