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Fremdlandlangeweile

Van abholen,
umbauen
Ein Toyota Hiace Commuter
14- Sitzer
Sämtliche Sitze herausbauen und verkaufen
Dinge einkaufen
verbauen
Einrichten, soweit möglich und das Ziel
die Straße
vor Augen haben

Das beschreibt die letzten Tage am Besten. Dabei fließt einem der Links-rum-Verkehr ziemlich eindringlich in die Venen. Bevor das System wieder im Kopf verankert ist, schalte ich den Scheibenwischer an, wenn ich eigentlich blinken will, mache die Tür auf, wenn ich schalten will. Die Zeit, die wir zum Umbauen des Vans benutzen, sorgt für Routine. Oh wie ist es schön: Stau. Sydneys’ Feierabendverkehr, die Sonne brät die Windschutzscheibe. Keine Frage nach den Insassen. Links und rechts neben mir stehen die Autos und wie gut lässt sich das Stressmanagement der Aussies gegen 16 Uhr auf der Straße studieren. Schönes Australien? Was passiert damit, wenn man zwischen dieseldurstigen Metallkisten eingepfercht ist? Warten, abhängen, sehen, wie stark Sydney auf Autos basiert.

Rhyde // Sydney
Rhyde // Sydney

Dieses Bild entstand gestern. Wir haben eine Couch aus Rhyde abgeholt. Im Hintergrund ist die Skyline der Innenstadt zu erkennen. Sydney ist weit ausgestreckt, die Stadt ist in die Breite gebaut. Nicht in die Höhe. Viele Häuser sind eingeschossig, dafür flächig. Und wie kommt man von hier nach dort? Über die Straße. Fahren, fahren fahren. Aufregend langweilig.

Das Aufstellen für die Abreise nimmt die meiste Zeit in Anspruch. Morgen schaffen wir den Van zum Service, dann los.

Und Musik? Für Marcus habe ich ein paar Stücke im Studio eingespielt. Klassische irische Songs in einem Bush-Australien-Wirbel. Dazu ein paar Grooves für ein Ostinato. Das waren in dem Fall ein paar Elemente Percussion, ein Hauch Gitarre und ein Thema auf einem Akkordeon. Das alles lässt man von be-geisternden Musikern spielen. Heraus kommt eine Mischung aus Worldmusic, Jazz, afrikanischem Gewürz.
Dazu bastele ich an einer Musik für ein Kurzfilmfestival.

Veröffentlicht in Australiyear